July 11, 2008
ROG: Aufruf zu Demonstrationen am Tag der Olympia-Eröffnung
[Quelle: Reporter ohne Grenzen, 11. Juli] Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking kritisiert Reporter ohne Grenzen (ROG) auf das Schärfste, dass die chinesische Regierung noch immer keine freie Berichterstattung im Land zulässt – entgegen den Zusagen, die das Land bei Vergabe der Spiele gemacht hat.
Um ein Zeichen gegen die unveränderte Lage in China zu setzen, hatte ROG die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt bereits im März zu einer Politik der leeren Stühle aufgerufen: Sie sollen der Eröffnungszeremonie am 8. August fern bleiben. Bis dato…
Für den Tag der Olympia-Eröffnung ruft ROG zu Demonstrationen vor chinesischen Botschaften weltweit auf. Ebenso kann online auf der internationalen ROG-Website (www.rsf.org) protestiert werden.
By Gris-Gris | Category: In Flagranti, Linktips
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | Leave a Comment
June 25, 2008
EURO 2008/Schweiz: Laut NZZamS flauer Geschäftsgang im Sexgewerbe
Leider kann man den Artikel Heisse Spiele, kalte Betten von Jost Auf der Maur (NZZ am Sonntag, 22. Juni) nicht verlinken - darum hier eine kurze Zusammenfassung des Artikels (auf der Basis des freien Zitierens zwecks besserer Lesbarkeit):
Der Autor kommt im Rahmen seiner kleinen, aber bemühten Recherche zu Ergebnissen, welche der allgemein verbreiteten Vorstellung, wo viel Fussball ist, sei auch viel Sex, vollumfänglich widersprechen: Die 14 000 Sexarbeiterinnen in der Schweiz haben während der EURO 2008 keineswegs mehr als sonst zu tun - im Gegenteil:
Lady A - Spezialistin für strenge Erziehung - spricht von einer riesigen Einbusse, denn ausser der engsten Stammkundschaft kommt kaum einer. Solche mit Geschlechtsverkehr arbeiten vielleicht besser. Aber auch bei den Damen mit Geschlechtsverkehr fällt die Bilanz arg negativ aus. Der traditionell eh schon frequenzschwache Juni sei dieses Jahr deutlich schwächer, stellt Julia fest, und der Geschäftsleiter eines Nachtklubs in der Zürcher Agglo bestätigt: Es läuft definitiv nichts.
Schliesslich erkundigte sich Jost Auf der Maur noch bei Xenia, der Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe, und erhielt die Auskunft:
Da läuft nicht mehr als sonst. Die Männer gehen gerne gruppenweise zum Fussball, aber nicht ins Puff. Zudem sind heute oft die Freundinnen und Frauen mit dabei im Stadion.
Soweit die Zusammenfassung.
Dieses eben erwähnte Dabeisein der Freundinnen und Frauen würde nun zu Interpretationen reizen, wäre es hierzulande gegenwärtig nicht zu heiss dazu (31°C im Schatten bei einer Luftfeuchtigkeit von 48%, Tendenz steigend). Und das heisst auch, dass nun Tranksame angeschleppt werden muss für das EM-Halbfinale Türkei-Deutschland heute Abend. Sinnvollerweise Tee, das Lieblingsgetränk im Land am Bosporus und als Muntermacher dem Bier weit überlegen.
Zum Thema EURO 2008 und Prostitution - siehe auch:
- Euro 08 gegen Frauenhandel - Freier zu Verbündeten machen (Paperholic, 4. Februar)
- Frauenhandel auf ebay? (BloggingTom, 24. Juni)
By Gris-Gris | Category: In Flagranti
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | Leave a Comment
June 24, 2008
Buureradio nur noch ‘Hobby’ für Toni Brunner
Ja, weder als SVP-Parteipräsident noch als Unternehmer scheint er auch nur annähernd die Statur seines politischen Ziehvaters (rechts, zusammen mit Erfolgstrainer Köbi Kuhn) zu haben:
Buureradio: Blumenthal und Gutmann verlassen Sender (persönlich.com, 23. Juni). Gründer und Chefredaktor Toni Brunner in der Kritik.
PS: Was wäre es doch langweilig ohne unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger von der Schweizerischen Volkspartei!
By Gris-Gris | Category: In Flagranti
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | 4 Comments/Trackbacks
June 23, 2008
Swiss Blogosphere: Slug.ch steht zum Verkauf
Update, June 24:: Der Sedo-Link (unten) ist obsolet!
————
Slug.ch ist kein Blog, sondern ein Blog-Aggregator mit einigen pfiffigen Zusatz-Features (z.B. einem so genannten Live-Ticker). Auf der Verkaufsplattform Sedo.de beschreibt ihn sein Schöpfer Benny Rüegg als
… die bekannteste und grösste Blog-Suchmaschine der Schweiz. Gegenwärtig werden über 2000 Schweizer Blogs indiziert und alle 30 Minuten nach neuen Einträgen abgesucht. Im Archiv sind zudem alle Beiträge der letzten drei Jahre enthalten.
Bis dato konnten wir auf Sedo.de noch keine Preisvorstellung entdecken, doch wird in informierten Kreisen von 25 000 EUR (also rund 40 000 Schweizerfranken) gesprochen - und das ist für viele Bloggerinnen und Blogger:
Woooha!
Und da man in der Schweiz sehr gerne über Geld spricht - ausgenommen das eigene -, geht in der Swiss Blogosphere auch schon vielerorts (Beispiel: auf BloggingTom) die betriebswirtschaftliche Spekulation ab wie die berühmte Gotthard-Post. [Und klar, dass auch die noch klügeren Betriebswirtschafter aus dem nördlichen Nachbarland ihre Überlegungen verkünden (müssen).]
Auch wir wollen und können da nicht zurückstehen.
Ausgehend von der nun vielerorts geäusserten Binsenwahrheit, dass sich nur durch eine Kommerzialisierung (Ads rein!) die Investition amortisieren würde (
), geben wir einerseits die Kleinheit der schweizerischen Blogosphäre zu bedenken ( - ), andererseits aber die Tatsache, dass die Schweiz - zusammen mit Liechtenstein und Luxemburg - nicht nur eine Oase der Steuerhinterziehung, sondern auch des Wohlstands und der hohen Kaufkraft ist ( + ). Unter dem Strich scheinen uns 40 000 Schweizerfranken für Slug somit ein durchaus angemessener Preis zu sein.
So weit, so unoriginell.
Uns drückt der Schuh ganz wo anders - und das könnte doch ein bedenkenswerter Nebenaspekt sein: Benny Rüegg wird nachgesagt, er habe schon mal ein politisches Hassblöglein aus dem Listing gekippt. Wie dem auch sei… - jedenfalls hören wir in einigen Radikalinski-Blogs ein Grummeln über politische Einseitgkeit o.ä. von Slug. Und plötzlich kommen einem da andere Visionen und (Vergleichs-)Zahlen in den Sinn:
Es soll ja hierzulande eine Partei geben, die es sich dank potenter Sponsoren leisten kann, für Wahlen und Abstimmungskampagnen aus dem eigenen Sack ein Vielfaches dessen auszugeben, wozu die anderen Parteien (sogar gemeinsam) maximal fähig sind. Slug zu kaufen wäre nur ein Pappenstil für diese Herrschaften.
Wie viele Plakate kann man kleben, wie viele Inserate schalten für 40 000 Schweizerfranken? Wie gut, quasi, wäre (vergleichsweise) der politische ROI einer grössten Blog-Suchmaschine eines Kleinstaates? Aber die Übernahme müsste selbstverständlich ganz sanft geschehen mit Hilfe eines neutral-wirkenden Intermediärs, wäre kurzfristig wohl kaum nutzbringend, aber längerfristig vielleicht halt doch - oder doch nicht?
Kurzum, wir wissen es nicht. Es war nur eine unheimliche Vision, die uns heimgesucht hat. Jedenfalls wünschen wir Benny Rüegg viel Erfolg beim Verkauf von Slug.ch - und viel Fingerspitzengefühl.
NB: Slug.ch könnte man doch auch ins neutrale Ausland verkaufen - oder?
By Gris-Gris | Category: Blogs, In Flagranti
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | 2 Comments/Trackbacks
June 17, 2008
EURO 2008: UEFA Klagenfurt - BLICK Luxor
Beim Match Deutschland - Kroatien in Klagenfurt werden im kroatischen Fansektor Petarden gezündet. Hätten wir diese Rücksichtslosigkeit gesehen, hätte unsere EURO 2008-Festfreude vielleicht darunter gelitten… Wir wissen es nicht, denn wir haben die Petarden nicht gesehen, konnten sie wahrscheinlich gar nicht sehen, wie wir dem Artikel Streit um Fernsehbilder der EURO 2008 (16. Juni) von Blick Online entnehmen.
Nicht, dass wir diese Nichtausstrahlung unliebsamer Bilder nicht irgendwie auch als Bevormundung empfinden (würden) - aber als langjähriger Medienkonsument ist man abgehärtet genug, um angesichts vertuschter Petarden nur noch müde zu lächeln.
Das ist doch eine lässliche Sünde, sagt man sich, vielleicht gar nur eine gerechtfertigte Notlüge aus Gründen der Sicherheit (Stichwort: Der Gewalt keine Bühne!). Arg wäre einzig der umgekehrte Vorgang: Petarden zu zeigen, wo keine sind. Technisch wäre eine solche Bild-Manipulation leicht zu bewerkstelligen, und gerade die Zeitung Blick, sagt man sich weiter, hat darin langjährige Erfahrung.
Wir erinnern uns: Als am 17. November 1997 bei einem Attentat 58 Touristinnen und Touristen, darunter 36 aus der Schweiz, vor dem Hatschepsut-Tempel bei Luxor in Ägypten getötet wurden, färbte Blick in der Berichterstattung die langgezogene Wasserlache vor dem Tempel in eine Blutlache um:

UEFA Klagenfurt - BLICK Luxor… Es wäre geschmacklos, den Titel-Gag nun in eine Schlusspointe münden zu lassen. Die Meister vom Boulevard könn(t)en das sowieso besser - hart und verlogen wie sie sind.
Foto-Vergleich von: Digital Forensics: Photo Tampering Throughout History (Slide Show) (Scientific America, 2. Juni). To tamper, engl. = an etwas herumpfuschen


