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December 30, 2005

Wiedergelesen: Damals in Paris

Pariser Journal

Unsere Text-/Bildcollage aus:
Georg Stefan Troller: Pariser Journal, Fischer Bücherei, Frankfurt am Main und Hamburg, 1969

By Gris-Gris at 4:50 am CET | Category: Backyard
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December 19, 2005

Heute ist Montag: Teamsitzung!

Die Zeit vergeht, und die 2. Bloggerweihnacht steht uns ins Haus. Die Besucherzahlen sinken, denn die Menschen draussen sind nun mit dem Schnüren der Pakete beschäftigt. Endlich kann man wieder ein wirklich privates Tagebuch führen.

Von diesem Gedanken der Intimität beflügelt besprachen wir an der heutigen Sitzung die Ängste unseres ältesten Teammitglieds betreffend Aufkommen des Bürgerjournalismus als Konkurrenz zum professionellen Journalismus. Jener werde – obwohl eigentlich noch gar nicht vorhanden – in der Blogosphere gehätschelt, dieser verteufelt und durch das Internet pauperisiert… Das würde, früher oder später, zu einem medialen Interregnum führen.

Irrtümlicherweise ist unser ältestes Teammitglied der Meinung, dass im Zeitalter des kommunikativen Aufrüstens der Politik die noch real vorhandene 4. Kraft einen gehörigen Zuwachs an Potenz nötig hätte. Mehr Rechercheure, mehr Redaktoren, einen längeren Atem, d.h. mehr Spesengelder… Insbesondere der Lokaljournalismus sei arg dezimiert, lamentiert es stets. Die schreiben lieber unverbindliche Stimmungsberichte über das Pendeln in der Grossagglomeration als über die Pflegequalität im Altersheim um die Ecke. Und dort stinke doch allerlei zum Himmel…

Es ist schwierig, älteren Menschen das Prinzip der Jobrotation zu erklären. Sie wollen partout nicht einsehen, dass es vorteilhaft ist, wenn die Print-Dinosaurier durch bloggende Bürgerjournalistinnen und -journalisten ersetzt werden. Wir versuchten zu erklären, dass dies beispielsweise hinsichtlich der Anzahl der Arbeitsplätze ein völlig neutraler Vorgang sei: Die Profis werden zu Bürgerinnen und Bürgern, die Bürgerinnen und Bürger zu Profis. Mit dem schönen psychohygienischen Nebeneffekt, dass Letztere nun endlich ihr geliebtes Hobby als Brotberuf ausüben können….

… selbstverständlich mit der vollen Unterstützung von Google und Yahoo! Diese Firmen verfolgen ja eine ausgesprochen intelligente Strategie: Zunächst werden durch die Umleitung der Geldströme die alten Medien ausgetrocknet, das Kapital wird in Jambalay-Land zwischenparkiert, um später wieder re-investiert zu werden: in Bürgerjournalismus-Akademien, beispielsweise, zwecks Förderung des Qualitäts-Bürgerjournalismus.

Das ist im Kern doch ein revolutionärer Vorgang, versuchten wir unserem ältesten Teammitglied zu erklären, eine Rückkehr zu den Prinzipien der Französischen Revolution, sogar zur Paradiesvorstellung von Karl: Am Morgen Fischer, am Mittag Tischler, am Abend Journalist – alle Menschen können alles. Ein einzig’ Triumph der Selbstverwirklichung.

… und des Lustprinzips, warf unser jüngstes Teammitglied an dieser Stelle ein und gab damit das Stichwort:

Noch schnell wurde ein Klingelton heruntergeladen, und schon ging es flugs in die Pause zum LAVAZZA. So sind die jungen Leute von heute. Unserem Ältesten spendierte er sogar noch einen Grappa. Auch Bert hätte an ihm seine helle Freude gehabt.

Soweit der Bericht von unserer heutigen Teamsitzung!

By Eric at 4:45 pm CET | Category: Backyard
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December 4, 2005

Our Weekly Postcard (XIII)

Austrian money

Austrian money

A banknote from the Austro-Hungarian Bank (Vienna and Bécs, 1913)

As we wrote before (in German only): modern life is too complicated for us. Perhaps, we will retire from the current world and devote all of our time to vintage items and vintage links.

We start with the scan of a banknote from 1913, an objet trouvé from eBay, now in our piggy bank. One side of the banknote is in German language, the other side in Hungarian language. Keep in mind, please: there is no frontside and no backside respectively – abstractly seen, both sides are equal. Why? We cite from Wikipedia:

Austria-Hungary (German: Österreich-Ungarn, Hungarian: Osztrák-Magyar Monarchia), also known as the Dual monarchy or as the k.u.k. monarchy, was a dualistic state (1867-1918) in which the Kingdom of Hungary enjoyed self-government and representation in joint affairs (principally foreign relations and defence) with the western and northern lands of the Austrian Empire under the Austrian Emperors (who also reigned as Kings of Hungary) of the Habsburg dynasty. The federation bore the full name of “The Kingdoms and Lands Represented in the Imperial Council and the Lands of the Holy Hungarian Crown of St. Stephen”.

You see, things were easier… simplier in the old days, and the women were also beautiful (but less cheeky).

By Eric at 11:10 am CET | Category: Backyard, In Flagranti
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November 28, 2005

Heute ist Montag: Keine Teamsitzung. Ab ins Neptunbad… Vergeblich!

Eigentlich hätte heute Morgen die Teamsitzung stattfinden sollen. Da stolperten wir über (unser Screenshot)…
Hirnriss1

… gradeten unsere Brains up und erkannten endlich die Nettobotschaft (unser Screenshot):
Hirnriss2

Es gelang uns allerdings nicht, das Neptunbad zu finden. So ging’s ungebadet in die Kaffeepause, wo unser jüngstes Teammitglied erklärte, man erkenne in der BRD nun immer deutlicher die Folgen der sozialdemokratischen Bildungspolitik. Wir alle hoffen, dass die keinen Groeswahn bekommen!

Unser stilles Gebet galt Bert.

By Eric at 5:08 pm CET | Category: Backyard, In Flagranti
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October 30, 2005

Sonntag: Vorgezogene Teamsitzung. Anschliessend Eilpost zu Mingels und Rückbesinnung auf einen Grabbesuch in Berlin

Morgen Abend ist Halloween. Da eines unserer Teammitglieder unter Kürbis-Allergie leidet, feiern wir dann jedoch Samhein. Beim Eindunkeln werden wir Kerzen in die Bürofenster und zwei Flaschen Grappa auf den Tisch stellen, um unseren Ahnen den Weg zu weisen.

Das 1. Traktandum der vorgezogenen Teamsitzung – Erhöhung der Krankenkassen-Prämien – war kaum eröffnet, da erfolgte bereits ein Ordnungsruf. Unser jüngstes Teammitglied beharrte darauf, das folgende Gedicht von Bertolt Brecht zu verlesen:

Appell

Wir gratulierten unserem Jüngsten zu seiner fehlerfreien Rezitation und beschlossen, die Sitzung abzubrechen und die Antwort des kranken Kommunisten abzuwarten.

Die Eilpost wurde anschliessend bei einer Tasse Kaffee erledigt. Sie betraf den Magazin-Artikel von Guido Mingels über das Internet (Die Revolution, die keine war), zu dem wir am Freitag ein kurzes Entry verfasst hatten.

Nun nimmt die gegnerische Mannschaft langsam Konturen an (und hat rasch ein Forum zusammengebastelt). Wir waren uns einig: Gegen die Spielintelligenz von Mingels ist die gegnerische Verteidigung auf verlorenem Posten. Im Zentrum stehen drei Vertreter aus dem Internet-Business; die werden das Internet mit Händen und Füssen verteidigen, sind aber infolge ihrer Interessenlage unglaubwürdig.

Wiederum verblüffte uns das jüngste Teammitglied:

Kinder, erklärte er, unterschätzt mir die Intelligenz dieser Leute nicht. Das sind einfach die moderneren Kapitalisten als der Jeker, Ruedi. Für die ist doch Mingels’ Artikel ein gefundenes Fressen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die kriegen Referrers auf ihr Forum, dass es nur so chlöpft. Die werden jetzt in der Schweizer Blogszene endlich bekannt – oder habt ihr schon mal etwas von einer “Zeix AG” gehört?

Brecht mit ZigarreDa nickten wir uns gegenseitig anerkennend zu und bestellten noch eine Tasse Espresso. Anschliessend philosophierten wir etwas wehmütig darüber, wie es wäre, wenn Bert (links) nun zur Türe hereinkäme und sich mit seiner Zigarre zu uns setzen würde. Noch vor vier Wochen standen wir an seinem Grab in Berlin…

Related links:
GrappaTresterbranntwein mit 40-50 Volumen-% Alkohol, besonders in Norditalien hergestellt. Grappa ist nur und ausschliesslich eine italienische Spirituose, die durch direkte Destillation des Tresters gewonnen wird. (Definition von Italia – g26)
Foto Bertolt Brecht von Poesia del ‘900

Martini Update GifUpdate (today, but some bits later):
Hier (endlich) der Stein des Anstosses: Der Artikel von Guido Mingels (Screenshot unten), downloadbar bei nutzbar.ch als 636 KB schweres PDF-Dokument.

Screenshot Keine Revolution

Hinweis für Lehrerinnen und Lehrer:: Text kann ausgedruckt und zum Beispiel im Medienunterricht diskutiert werden. Bei Problemen mit dem Drucker findet sich in der Klasse sicher jemand, der Bescheid weiss.

By Gris-Gris at 1:56 am CET | Category: Backyard, In Flagranti
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