April 8, 2010

Paperholic / Donnerstagskommentare – heute: Keine Schweizer Sozialhilfe für Roman Polanski!

PolanskiUnsere Meinung zu dieser Affäre war von Anfang an klar und eindeutig:

Stellen Sie sich, Herr Polanski, riefen wir dem 76-jährigen Starregisseur unmittelbar nach seiner Verhaftung in Zürich zu, stellen Sie sich endlich freiwillig der US-amerikanischen Justiz! Machen Sie reinen Tisch.

Doch Herr Polanski (Bild rechts) war dazu nicht bereit.

Herr Polanski wurde deshalb in Untersuchungshaft genommen. Zuletzt sass er im hochmodernen Bezirksgefängnis Winterthur ein, das nur wenige Meter von der Paperholic-Redaktion entfernt in einer Park-ähnlichen Grünanlage situiert ist. Als Starhäftling genoss er dort vielerlei Privilegien und konnte seinen neusten Film The Ghost Writer (Official Website, by Roman Polanski) rechtzeitig zur 60. Berlinale fertigstellen.

Dann behaupteten seine Anwälte plötzlich, ihr Mandant leide an durch die Inhaftierung ausgelösten psychischen Problemen. Nach umfangreichen Abklärungen durch Zürcher Spitzenmediziner wurde Herr Polanski vor einigen Wochen schliesslich in sein luxuriöses Gstaader Chalet entlassen, wo er seither inmitten seiner Familie gesunde Bergluft in einer weitgehend intakten Landschaft geniesst (siehe Gstaad).

Nun haben Herrn Polanskis Anwälte in den USA um Einstellung des Verfahrens angesucht. Unter anderem führen sie ins Feld, dass ihr Mandant finanzielle Probleme habe, weil er in der Schweiz keinem Broterwerb nachgehen könne*. Wie wir oben bereits dargelegt haben, konnte dies Herr Polanski sehr wohl. Doch alles spricht sowieso nur dafür, dass es Herrn Polanski gar nicht um einen Broterwerb geht:

Vielmehr wird er nach der Ablehnung des Ansuchens – und diese Ablehnung ist, wie er und seine Anwälte wissen, so sicher wie das Amen in der Kirche – um Schweizer Sozialhilfe ansuchen, die ihm dann auch prompt gewährt werden dürfte. Da sich das juristische Tauziehen um die zwangsweise Auslieferung von Herrn Polanski noch über Jahre hinziehen wird, werden den Schweizer Steuerzahlern und -innen damit weitere riesige finanzielle Lasten aufgebürdet werden.

Das ist übel, das lehnen wir ab!

Herr Polanski hatte genügend Zeit und Möglichkeiten gehabt, für seinen Lebensabend ausreichende finanzielle Rückstellungen zu tätigen. Auch lag sein Lebensmittelpunkt in den letzten Jahrzehnten in Frankreich – ein Chalet in Gstaad beweist dahingehend noch gar nichts!

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*NZZ Online: Polanskis Anwälte beantragen Einstellung des Verfahrens (8. April)

By Eric at 10:40 am CET | Category: Backyard, In Flagranti
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5 Responses to “Paperholic / Donnerstagskommentare – heute: Keine Schweizer Sozialhilfe für Roman Polanski!”

  1. anaximander says:

    Jetzt geiz nicht so, Gris-Gris. Polanski ist ein Wirtschaftsfaktor. Mit seiner Anwesenheit in Gstaad sorgt er für Arbeit von mindestens fünf Beamten, die vom Steuerzahler finanziert Steuern, AHV, ALV und wie die Abgaben alle heißen, bezahlen müssen. Wenn er jetzt der Sozialhilfe bedarf, muss diese auch geleistet werden. Bestimmt kriegt er sein Essen von Schweizer Tafeln und ab und zu fällt auch ein Bon für den Caritas-Laden für ihn ab.

  2. Gris-Gris says:

    In Gottes Ohr deine Worte, anaximander. In Gottes Ohr!

    Das ist nun mal so bei uns, dass wir hier viele Alt-Maoisten haben, die andauernd Godard schauen und Roman zum Teufel wünschen. Eric ist auch so einer.

    Grüsse!

  3. anaximander says:

    Ach so, dann bin ich ja beruhigt. Und Roman ist bereits in den Fängen des Teufels, wenn ich da an die Schwerfälligkeit der Widmer-Schlumpf und ihres Beamtenstabes denke…

  4. Bernd says:

    Nun fehlt nur noch, dass eine Spendenaktionfür den Armen ins Leben gerufen wird er wird ja sicher schon am “Hungertuch” nagen. Also zumindest auf dem Foto kann man schon erkennen, dass er sich kaum mehr was zum Essen leisten kann.
    Anscheined wirklich der typische Sozialhilfefall.

  5. [...] zu unserer Vermutung, dass er früher oder später in der Schweiz um Sozialhilfe ansuchen wird (Paperholic / Donnerstagskommentare – heute: Keine Schweizer Sozialhilfe für Roman Polanski!, 8. [...]



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