February 25, 2010
Ja, äh, mal ganz ehrlich: Ist so was ein KunstSKANDAL?
DIE ZEIT, 1970, den Protesten gegen Otto Muehl entgegentretend. Zitat aus dem Buch Die Sieger – Wodurch Genies, Phantasten und Verbrecher berühmt geworden sind von Wolf Schneider, erschienen 1992.
Ach ja, der Wiener Aktionist Otto Muehl (geboren 1925; Wikipedia)! Wege aus dem Sumpf betitelte er seine Autobiografie; seit seiner Freilassung aus der Haft lebt er in Portugal.
Für Wolf Schneider markierte Muehl Ende der sechziger Jahre den Tiefpunkt des Kunstrummels, indem er [Muehl] frisches Schweinsgedärm auf nackte Frauen häufte und das so entstandene Gebilde durch Kot, Urin und Erbrochenes eigener Produktion zum Kunstwerk läuterte.
Sprung in die Gegenwart:
Ich bin schockiert! Wo bin ich denn hier gelandet?, rapportiert (24. Februar) FOCUS Online die Worte einer älteren Dame aus Rom auf Besuch in der Wiener Secession. Und die Erwiderung ihrer etwa gleichaltrigen Reisebegleiterin: Junge Leute sehen so was sicher mit anderen Augen.
Wir sehen so was durch die Otto-Muehl-Brille: Ein KunstSKANDAL soll das sein? Gemessen an Muehl ist der Büchel ein Milchbubi. Schade um die staatlichen Fördergelder für ihn – Muehl wäre die bessere Investition gewesen:
Als Hommage an Schiele nochmals Schweinsgedärm auf nackten Frauen, verfeinert mit Kot, Urin und Erbrochenem von Altmeister Muehl – und als Update-Zugabe: literweise Sperma aus dem Swingerclub.
Das hätte die älteren Damen möglicherweise aus den Adidas gekippt… – oder kurzum: Eine verpasste KunstSKANDAL-Chance. Wie schade!



[...] Otto Muehl – siehe auch: Ja, äh, mal ganz ehrlich… (Paperholic, 25. Februar)! By Eric at 9:54 am CET | Category: MusicPermalink | TrackBack URL | [...]