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November 11, 2008

Zimmernummer 104

»Ich bin nackt. Angreifbar, verletzlich, hilflos. Jeder Fremde ist jetzt ein Feind. Auch Schwester Kerstin. Behutsam wringt sie den Waschlappen über der blauen Plastikschüssel neben meinem Bett aus. Wassertropfen rieseln hinein. Ich merke, mein grösster Feind ist nicht sie, sondern meine Angst.«


Nadine Diehl, in: SELBSTVERSUCH IM PFLEGEHEIM: Einmal alt sein und zurück (Spiegel Online, 11. November):

Die meisten Menschen haben Angst vorm Altern. Am schlimmsten finden sie den Gedanken an ein fremdbestimmtes Leben im Heim. Nadine Diehl hat sich freiwillig in ein Pflegebett gelegt: Die 23-Jährige lebte 24 Stunden lang das Leben einer 80-Jährigen - und wurde dabei fast wahnsinnig.

Lesen(swert) - fährt einem ein!

By Eric | Category: Great sayings, Linktips
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Update: Schweiz - Mythos Bankgeheimnis

Es soll heutzutage noch Leute geben, welche glauben, Wilhelm Tell habe als Mensch dereinst so gelebt, wie das Friedrich Schiller in seinem Drama schildert. Und auch Leute, die - irgendwie verbohrt - daran glauben, in der Schweiz sei das Bankgeheimnis (auch: Bankkundengeheimnis genannt) gewährleistet.

Tell und Bankgeheimnis - zwei Mythen. Zum Mythos Bankgeheimnis hat das Finanzdepartement indirekt bestätigt, dass der US-Geheimdienst CIA nicht nur grenzüberschreitende Zahlungen, sondern auch gewisse inländische Transaktionen einsehen kann, wie der Zürcher Tages-Anzeiger heute meldet. Nicht alle inländischen Zahlungen, sondern nur Zahlungen, welche über das Remotegate-System abgewickelt werden: Das sind 120 000 Transaktionen pro Monat - was rund einem Prozent des inländischen Zahlungsverkehrs entspricht.

Wir können somit weiterhin guten Gewissens und Mutes zu unserem gestrigen Eintrag stehen:

Schweiz - entlarvt: Mythos Bankgeheimnis (und auch die Weltwoche?)

Das Bankgeheimnis ist in der Schweiz nicht gewährleistet. Als Argument taugt es - in seinem heutigen löchrigen Zustand - weder in der Werbung, noch für die (politische) Argumentation - es zu verwenden, heisst Rosstäuscherei betreiben.

Abschliessend sei bemerkt, dass in der Blogosphera helvetica Johannes Köppel etwas blasiert-herablassend disqualifiziert wurde à la Student, der einen Primeur schreiben darf. Der 26-jährige Köppel absolviert gegenwärtig ein Zweitstudium. Aber auch grundsätzlich wüssten wir nicht, weshalb jemand (nur) deshalb unglaubwürdig ist, weil er studiert. Und das Alter betreffend: Norman Mailer war knapp 26 Jahre alt, als sein Welt-Bestseller Die Nackten und die Toten (original: The Naked and the Dead) im Jahre 1948 erschien.

Wir bleiben dran!

By Gris-Gris | Category: Backyard, In Flagranti
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Rites de potage (LXXVI): Cake in a Mug

Make this cake in 5 minutes! A WIRED How-To Wiki. Wow!

Cake

By Eric | Category: Linktips
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Site Recommendation: Username Check

This site is a quick and dirty solution to a question that I often lay awake at night worrying about… Continue reading and/or check (your) username.

By Eric | Category: Linktips
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November 10, 2008

Art: Julien Beneyton

Beneyton was born in 1977 in Grenoble, (France). - Even if he always liked drawing, he discovered the painting ; it inspired him and pushed him to show his environment, things around him. His painting subject is the everyday life, neighbourhoods, portraits of people he meets in the streets, and also friends and family.

Beneyton

Julien Beneyton

Via Foire à tout

By Eric | Category: Linktips
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Schweiz - entlarvt: Mythos Bankgeheimnis (und auch die Weltwoche?)

»Von der Datenweitergabe an die USA ist potenziell jeder Schweizer Bankkunde betroffen.«


Johannes Köppel, Student, Genf, in: CIA überwacht Bankzahlungen von Schweizern (Tages-Anzeiger, 10. November):

Ein Teil der Daten des angeblich sicheren inländischen Zahlungsverkehrs in Schweizerfranken fliesst somit zuerst durch das Swift-Netzwerk und landet auf amerikanischen Servern, bevor sie beim Swiss Interbank Clearing ankommen.

Siehe auch:
SF Tagesschau: Bankdaten sind für die USA offenes Geheimnis (10. November)

:cool: Paperholic Blitzkommentar:

Das Etikett Schreiben, was ist wird von Roger Köppel - Verleger und Chef der Zürcher Weltwoche - gerne für das eigene publizistische Schaffen reserviert. So schreibt man dann schon mal im Zusammenhang von Schweiz - Finanzkrise - Rezession: La crise n’existe pas! (und ähnlichen Unsinn). Und man macht sich stark für die Schweiz und ihr Bankgeheimnis, lässt zu diesem Thema Fachleute zu Wort kommen, welche wortreich erklären, warum dieses Geheimnis segensreich ist für den hiesigen Finanzplatz - ja, im weiteren Sinne sogar ein Menschenrecht garantiert.

Und logisch, dass der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück dann als vertragsbrüchiger Hans-Dampf gewürdigt wird, den man nicht allzu ernst nehmen sollte. Schliesslich gibt es in Steuerfragen auf mehreren Ebenen Verträge zwischen der Schweiz und der EU bzw. der Bundesrepublik Deutschland. Und: Pacta sunt servanda…

Doch es geht uns hier nicht um Steinbrück vs. Schweiz - sondern um einen Kalauer: Köppel und Schreiben, was ist…

Ein anderer Köppel - er heisst Johannes zum Vornamen, ist Student und 26 Jahre alt - veröffentlicht im Zürcher Tages-Anzeiger einen Artikel zum Thema Schweiz und Bankgeheimnis, welchen man fast schon als sensationell bezeichnen kann: Schweizer Bank-Daten landen auf US-Servern, auch wenn es sich nur um Daten aus dem inländischen Zahlungsverkehr (in Franken) handelt. (Auch deshalb landen sie dort, weil viele Schweizer Banken ihr Informatiksystem zwecks Einsparung von Kosten - wie es im Artikel sinngemäss heisst - höchst löchrig getunt haben.)

Johannes Köppel stellt in seinem Artikel (Print-Ausgabe) die Frage: Kann das 1934 entstandene Bankgeheimnis überhaupt noch eingehalten werden? Zur Beantwortung dieser Frage zitiert er ein Mitglied der Nationalbankdirektion, welches sagt, das Bankkundengeheimnis sei heute nur noch dann gewährleistet, solange das Geld in derselben Bank bleibt. Sobald eine Transaktion vorgenommen wird, könne eine Bank das Bankkundengeheimnis nicht mehr garantieren…

Solche Sätze kommen dem, was ist, doch schon um einiges näher. Und sie entlarven viele Argumentationen in der Weltwoche als leeres Geschnatter: Hochgehalten wird dort etwas, das eigentlich nur auf dem Papier existiert, nicht aber in der Praxis. Man argumentiert also mit und über einen Mythos - den Mythos Bankgeheimnis. Und hat das nicht etwas Naives, Idealistisches - ja, Gutmenschliches an sich..?

Aber lassen wir diese Frage offen, und beenden wir diesen Eintrag konsequent (mit Kalauern): Wenn zwei Publizisten Köppel heissen, dann sollte man hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit auch die Vornamen in Betracht ziehen: Johannes vs. Roger. Um zu schreiben, was ist: Johannes tönt irgendwie vertrauenswürdiger. Imho!

Martini Update Gif Update (some bits later):
Okay, wir bleiben dran und sammeln auch Gegenmeinungen

- Hose&Dose: Wenn Studenten Primeure schreiben - Der TA und das Bankgeheimnis (10. November)
- Paperholic: Update: Schweiz - Mythos Bankgeheimnis (11. November)

By Gris-Gris | Category: Great sayings, In Flagranti
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