December 17, 2008
Österreich: Bald bankrott statt komott?
KH in: Anlagekommentar Nr. 260 vom 9. Dezember 2008: Komplexe Lage. Einfache Rezepte? (Wegelin & Co., Privatbankiers seit 1741)
KH ist das Kürzel von Konrad Hummler, Teilhaber der oben eben genannten St. Galler Privatbank. Hummlers Anlagekommentare heben sich wohltuend von den oberflächlich-blöden Juhu!-Börsenbriefen ab, die es zuhauf gibt – sie sind Tours d’horizon von epischer Breite durch die Welt der Wirtschaft und Finanzen vor dem Hintergrund der Politik, stets geprägt vom Bemühen, die Phänomene nicht nur aufzuzählen, sondern sie in einen Zusammenhang zu bringen und sich ihrer nach dem Prinzip: Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert (- Aldous Huxley) analytisch anzunehmen*.
Kurzum, es widerspricht völlig der Hummlerschen Methodik, wenn wir nur gerade einen Problempunkt – den möglichen Bankrott unseres östlichen Nachbarlandes – aus dem neusten Anlagekommentar herausreissen und isoliert zur Sprache bringen. Aber Blogger dürfen das! Und um österreichischen Paperholic-Lesern das komotte Christfest nicht einzutrüben, sei hier noch angefügt: Österreich ist kein Einzelfall. KH nennt noch weitere potenzielle Staatsbankrotteure, nämlich Irland und die der Knoblauch-Gruppe zuzuordnenden Länder Griechenland, Italien und Spanien.
*Anmerkung:
Natürlich erahnen die PR-Fachleute unter uns die Hummlersche Stossrichtung (> Anmutung): Wer sich so breit, kritisch und manchmal sogar pessimistisch verströmt, hat nicht nur (den) Überblick, er – bzw. sein Institut – ist auch ein Safe Heaven Haven in Zeiten hochspekulativer Stürme.
Und hier Hummler abschliessend noch im Bewegtbild: NZZ Online/Impulse: Kritik an Bankern ist berechtigt (14. November).



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