November 11, 2008
Update: Schweiz – Mythos Bankgeheimnis
Es soll heutzutage noch Leute geben, welche glauben, Wilhelm Tell habe als Mensch dereinst so gelebt, wie das Friedrich Schiller in seinem Drama schildert. Und auch Leute, die – irgendwie verbohrt – daran glauben, in der Schweiz sei das Bankgeheimnis (auch: Bankkundengeheimnis genannt) gewährleistet.
Tell und Bankgeheimnis – zwei Mythen. Zum Mythos Bankgeheimnis hat das Finanzdepartement indirekt bestätigt, dass der US-Geheimdienst CIA nicht nur grenzüberschreitende Zahlungen, sondern auch gewisse inländische Transaktionen einsehen kann, wie der Zürcher Tages-Anzeiger heute meldet. Nicht alle inländischen Zahlungen, sondern nur Zahlungen, welche über das Remotegate-System abgewickelt werden: Das sind 120 000 Transaktionen pro Monat – was rund einem Prozent des inländischen Zahlungsverkehrs entspricht.
Wir können somit weiterhin guten Gewissens und Mutes zu unserem gestrigen Eintrag stehen:
Schweiz – entlarvt: Mythos Bankgeheimnis (und auch die Weltwoche?)
Das Bankgeheimnis ist in der Schweiz nicht gewährleistet. Als Argument taugt es – in seinem heutigen löchrigen Zustand – weder in der Werbung, noch für die (politische) Argumentation – es zu verwenden, heisst Rosstäuscherei betreiben.
Abschliessend sei bemerkt, dass in der Blogosphera helvetica Johannes Köppel etwas blasiert-herablassend disqualifiziert wurde à la Student, der einen Primeur schreiben darf. Der 26-jährige Köppel absolviert gegenwärtig ein Zweitstudium. Aber auch grundsätzlich wüssten wir nicht, weshalb jemand (nur) deshalb unglaubwürdig ist, weil er studiert. Und das Alter betreffend: Norman Mailer war knapp 26 Jahre alt, als sein Welt-Bestseller Die Nackten und die Toten (original: The Naked and the Dead) im Jahre 1948 erschien.
Wir bleiben dran!


