August 25, 2008
Schweiz/Jugendbefragung: Öffnungsbereitschaft stark gesunken
Fast unisono wird in den Berichterstattungen (als Beispiel: Schweizer Jugend lebt im Paradies, Tages-Anzeiger, 22. August) über die in der letzten Woche veröffentlichte Trendstudie zu den Lebens-, Bildungs-, Arbeits- und Politikorientierungen junger Erwachsener in der Schweiz (Werte und Lebenschancen im Wandel) repetiert, was die Autoren der Studie selbst als das erstaunlichste Ergebnis bezeichnen: Die Zahlen sind seit 30 Jahren sehr konstant, d.h. die Wertvorstellungen der Jugendlichen hätten sich nur geringfügig verändert.
Uns ist im Medientext zur Studie (PDF) allerdings schon ein eindrücklicher Stimmungsumschwung aufgefallen:
Die Forderung nach mehr Öffnung des Landes durch Beitritte zu internationalen Organisationen und zum Mitmachen bei der europäischen Einigung nahm bei der Jungbürgerschaft in den achtziger Jahren zu und erreichte Mitte der 90er Jahre ihren Höhepunkt. Sie hat sich seither deutlich zurückgebildet und liegt in der Erhebung von 2003 unter dem Stand von vor einem Vierteljahrhundert. Konnten 1994 vier von zehn Jungbürgern und Jungbürgerinnen zu den Öffnungsbereiten gerechnet werden, so sind es 2003 nur noch rund zwei von zehn. Dieser Stimmungsumschwung von einer erhöhten Öffnungsbereitschaft in den neunziger Jahren hin zu einem ausgeprägten Hang zum Autonomismus ist eindrücklich.
Na, wenn das keine Veränderung ist: eine Halbierung im Zeitraum von nur neun Jahren! Gerade noch 20% der im Jahr 2003 befragten Jugendlichen sind also öffnungsbereit… Damit konvergiert die Wahrscheinlichkeit des Beitritts der Schweiz zur EU in der 1. Hälfte des 21. Jahrhunderts nun wohl definitiv gegen 0.
By Eric | Category: In Flagranti, Linktips
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