May 20, 2008

Rites de potage (LXVIII): Sonderausgabe zur SVP-Einbürgerungsinitiative

Basta! Entscheid an der Urne, keine Rekursmöglichkeit. Eingebürgert - oder halt eben nicht.

Gut so - aber was heisst da nur Basta? Eigentlich müsste es Basta&Pasta heissen - denn es gibt auch jene gefreute Seite an der SVP-Einbürgerungsinitiative, welche bislang zu wenig herausgestrichen wurde: die Pasta- und Schaschlik-Abende, welche uns nach Annahme der Initiative den Termin-Kalender erfreulich füllen werden. Sonntags noch kostenpflichtig am SVP-Buurezmorge, aber werktags dann ALLES GRATIS: dienstags Portugiesisch, mittwochs Balkan-Kost, freitags Frühlingsrollen mit frisch eingeflogenen Bambussprossen.

Schaschlik

Unmöglich, dass man als Bewohner einer Mittelstadt - wie Schreibender! - anhand einer Kurzbiografie mit Foto im Thumbnail-Format entscheiden kann, ob diese Einbürgerungswilligen wirklich das sind, was sie zu sein vorgeben. Mit Recht darf man hier einen Schritt auf uns zu erwarten in Form von Ausländer-Kennenlern-Abenden, welche aber kulinarisch durchaus weltoffen gestaltet werden sollten. Denn schliesslich will man keine Bünzlis einbürgern - im Gegenteil, was zählt sind Weltoffenheit, Sprachkompetenz, Kenntnis der eidgenössischen Geschichte und die saubere Weste.

Letztere ist - wie die SVP richtigerweise immer wieder betont - der heikelste Punkt. Nicht jedem Menschen ist sein Hang zum Kriminellen ins Gesicht geschrieben - da braucht es vorgängig sehr viel näheres Kennenlernen, um dann an der Urne sachgerecht entscheiden zu können. Oder um es positiv zu sagen: Nicht jede Polin ist fotogen, und was im Katalog noch suspekt wirkte, entpuppt sich im Direktkontakt als äusserst liebenswürdig und umgänglich. Das gilt selbstverständlich auch für Weissrussinnen und Brasilianerinnen…

… heisst aber noch lange nicht, dass man in jedem dieser Fälle automatisch ein Ja hinschreiben sollte, gilt es doch neben den niederen noch die höheren Interessen zu beachten - sprich: die Gesamtzahl der Einbürgerungen. Diese wird für unsere sinnvolle Ernährung von eminenter Bedeutung sein. Denn wird das Schweizer Bürgerrecht verschleudert, dann wird auch das kulinarische Niveau an den Kennenlern-Abenden ins Bodenlose sinken.

Ja, so sind sie eben nun mal - die AusländerInnen. Durchaus auf ihren Vorteil bedacht. Was man abschliessend doch auch einmal sagen muss dürfen können. Basta!

Bild: Schaschlik, von grif.kiev.ua

By Gris-Gris | Category: In Flagranti
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