February 4, 2008
‘Euro 08 gegen Frauenhandel - Freier zu Verbündeten machen’
Seit dem 1. Februar ist die Europarats-Konvention zur Bekämpfung des Menschenhandels in Kraft. 24 Staaten haben sie unterzeichnet, 13 Staaten ratifiziert…
… die Schweiz gehört nicht zu diesen Staaten. Warum? Ganz einfach und sehr simpel beantwortet: Der damalige Bundesrat Christoph Blocher blockte (ab).
Das Abseitsstehen der Schweiz ist - gelinde gesagt - im Übrigen unverständlich, denn das Bundesamt für Polizei geht davon aus, dass in der Schweiz jährlich 1’500 bis 3’000 Personen von Menschenhandel betroffen sind (Source: Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, pdf). Standesinitiativen betreffend Unterzeichnung und Ratifizierung der Konvention sind on the way, aber bis sie, wenn überhaupt, Früchte tragen, ist die Fussball-Europameisterschaft Euro 08 längst Geschichte - eine Veranstaltung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem erhöhten Handelsaufkommen in der Sparte Menschenfleisch führen wird (Stichwort: Zwangsprostitution).
Aus Anlass des Inkrafttretens der Europarats-Konvention hat die Trägerschaft der Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel eine
Medienmitteilung (31. Januar, pdf)
veröffentlicht. Die Kampagne (Website) - Trägerschaft: eine Koalition von über 25 Organisationen - war im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben worden und löste einiges (mediales) Echo aus - allerdings kein eigentliches Donnerhallen. Geplant sei nun als Kampagne-Start, so lesen wir auf der Website, ein gemeinsamer Auftakt am 8. März 2008 mit dem Ziel, Frauenhandel zu einem öffentlichen Thema zu machen und eine Petition für einen verbesserten Opferschutz zu lancieren.
P.S.: Eine wahrscheinlich dumme Kritelei unsererseits zum Abschluss: Etwas saftiger könnte die Kampagne-Website schon ausgestaltet sein. Vielleicht mit einem downloadbaren Bännerchen, gar mit einem begleitenden Blöglein..? ![]()
By Gris-Gris | Category: In Flagranti, Linktips
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6 Responses to “‘Euro 08 gegen Frauenhandel - Freier zu Verbündeten machen’”
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Die WebSite schaut aus, als wollte sie sich vor bösen Blicken verstecken …
Zugegeben, diesen Purismus verstehe ich auch nicht. So ein wichtiges Anliegen - und dann diese Sprachlosigkeit und Lustlosigkeit am Kommunizieren (im Internet, jedenfalls).
Andererseits - für jeden Scheiss-Schoko-Riegel steht x-fach mehr Werbegeld zur Verfügung.
Werde Sponsorin, anaximander!
Da ist die UBS schon hinterher, die CS im Gefolge und die Rück hat ihr Interesse ebenfalls angemeldet - wenn die Aktienkurse wieder steigen…
Als Schwuler, der den Untergang des Abendlandes noch immer verschulden soll, frage ich mich schon immer, wieso die Heterosexuellen es nicht lassen können, die monogame Ehe zu preisen, wenn sie es denn in ihrer Mehrheit darin nicht aushalten können?
> über die Hälfte Scheidungen
> ein Heer von Prostituierten
Was geht mich das an? Immer mehr Hetero- und Bisexuelle suchen den Männersex und viele von denen begreifen nicht, dass Schwule/Männer keine Nutten sind, die auch noch Verständnis dafür aufbringen sollen, dass Bisexuelle eine Familie haben, die von sowas nichts erfahren darf!
Und dann gehen Homosexuelle noch hin und wollen sich in die gleiche Lage bringen und heiraten.
P.Th., ich sehe jetzt (bei bestem Willen) keinen Zusammenhang zwischen deinem Kommentar und meinem Eintrag. Da müsstest du mir noch “auf die Sprünge helfen”…
Diese “Euro 08 gegen Frauenhandel” ist keine Ansage gegen Prostitution an sich, sondern gegen Menschenhandel, Unterkapitel “Frauenhandel”, Unterkapitel “Zwangsprostitution”.
Und für das Anliegen, diesen Menschenhandel zu bekämpfen bzw. den Opfern zu helfen (auch mit Zeugenschutzprogrammen usw.), wird man/frau doch wohl sein - egal, ob Homo, Bi oder Hetero.
yep, Gris-Gris, da dürfte nicht einmal das Geschlecht eine Rolle spielen.