August 28, 2007
Internet/Moderation: Cave Your Trolls!
You surely know what an Internet troll is. Maybe you yourself are such a creature, or you have to moderate online discussions (with trolls, sometimes). In both cases, this could interest you:
Since August 18, there is even a Cave Your Trolls plugin (Beta) for WordPress. Once you have installed it you can select the comment of a troll, click the Cave Troll button, and the karma of that comment is set to -100. Based on that value, the plugin ensures that only the original poster of the comment and admins that are logged in will see this comment, and no-one else.
Our opinion:
a greatiffic beer idea from The Netherlands! Feel free to donate.
By Eric | Category: In Flagranti, Linktips
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | Leave a Comment
Schade: Wir haben heute Kopfweh
Eigentlich wollten wir heute zu Nationalrat Mörgelis Konkret-Kolumne in der Weltwoche Nr. 34/07 Stellung nehmen, welche den Titel trägt Der urbane Spiesser (nicht frei zugänglich - leider!). Dass, wie Herr Mörgeli (Foto) darin darlegt, Bundesrat Moritz Leuenberger prototypischer Vertreter dieser Spezies sei, konnten wir nachvollziehen - rangen dann aber ums Antipodische. Der ländliche Weltbürger? Vielleicht Ueli Maurer oder - und jetzt wird’s blöd! - Zottel?
Doch stehen hier am Anfang die Worte eigentlich wollten wir…, d.h. wir nehmen jetzt nicht Stellung. Denn gestern war wieder ein Abend der Winterthurer Musikfestwochen. Deren Veranstalter haben zwar die Auflage, werktags ab 22:00 Uhr (circa) den Sound einzustellen, aber die Kleinausgaben des urbanen Spiessers (uns) trieb es gestern - nach den musikalischen Darbietungen - gerührt an die normal grossen Zapfhähne der Kleinstadt.
So wurde es früh. Warum war man gerührt? Man hörte unter anderem Vera Kaa (Foto) zu - und sie singt immer noch so schön&bluesig, geht allerdings auch schon gegen die Fünfzig.
So schliesst sich insgesamt hier (bald) der Kreis: Christoph Mörgelis Konkret-Kolumne in der Weltwoche und Vera Kaas Alter erinnern uns an das Interview, welches der Schriftsteller Urs Widmer dem St. Galler Tagblatt gegeben hat* (Die Sprache hat immer recht, 21. August). Eine der Fragen an Widmer lautete: In den Poetikvorlesungen konstatieren Sie, ein ‘neuer Jargon’ hätte sich etabliert, ‘dem ein präfaschistischer Beiklang nicht abzusprechen’ sei. Können Sie diesen Beiklang näher erläutern? Und Widmer antwortete:
Ich bin ein Feind jeder Ideologie und Ideologisierung, da schalte ich sofort auf Alarmstufe 1. Faschistische Systeme und alle Systeme, die Macht ausüben wollen, neigen dazu, Sprachen zu entwickeln, die eindeutig sind, die keinerlei Ambivalenz mehr haben. Ihre Eindeutigkeit ist aber in Wirklichkeit eine potemkinsche, sie besteht aus lauter Euphemismen, die keine Abweichungen dulden. Wer solche Sprache gebraucht, zeigt an, dass er ein Sieger sein will, und zwar allein ein Sieger.
Und fast ganz zum Schluss des Interviews sagt Urs Widmer: Es ist nicht schön, alt zu werden…, relativiert diese Aussage aber glücklicherweise gleich wieder.
Sehr bluesig alles, sehr bluesig…
Für heute Abend sind Latino-Rock und Reggae an den Winterthurer Musikfestwochen angesagt. Tequila-Time!
*Hinweis auf das Interview von: subkontent.at [Galler, nicht Gallener!
]
By Gris-Gris | Category: Backyard, Linktips
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | 1 Comment/Trackback
August 27, 2007
L’Aube le Soir ou la Nuit - Yasmina Rezas Buch über Nicolas Sarkozy
Ein anderer als der von Spiegel Online abonnierte Perlentaucher soll hier zunächst zum Zuge kommen - Arlindo Correia. Seine Homepage gefällt uns schon deshalb, weil dort die Idee der Gemeinfreiheit von Poesie&Literatur mutig realisiert ist (siehe: INDICE DE AUTORES). Correia lebt seit einigen Jahren im Ruhestand und arbeitete früher unter anderem für die portugiesische Steuerbehörde.
Aus Anlass des Erscheinens von Yasmina Rezas Buch L’Aube le Soir ou la Nuit hat Correia sich in den grossen Feuilletons der Welt umgeblickt und verdankenswerterweise einige Rezensionen versammelt. Das Land der Tiefdenker ist nur mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vertreten; der Autor des Artikels ist aber ein Schweizer - der in Mitteleuropa als Frankreichkenner bestens bekannte Jürg Altwegg.
Markante Unterschiede in den Rezensionen sind uns nicht aufgefallen. Stutzig gemacht haben uns allerdings zwei Abschnitte in der New York Times:
Ms. Reza told Le Nouvel Observateur, though, that she came away with ’some affection’ for Mr. Sarkozy, calling him a person of ‘real stature’.
Asked whether he ever tried to seduce her, she replied, ‘No, he wanted to seduce France.’ Then, she added a line that could work well in one of her plays: ‘It is almost insulting to spend an entire year with a man without him trying to seduce you.’
Irgendwie doppelbödig… Bedenken wir die Ansehnlichkeit von Frau Reza [Foto] und den bei französichen Politikern stark ausgeprägten Hang zum Fremdgehen, beginnt uns zu schwanen, woran Yasmina Rezas Buch kranken könnte…
… an der (vollständigen) literarischen Abwesenheit von Madame Cécilia Sarkozy. Diese Ausklammerung seiner Gattin war Sarkozys Bedingung dafür, dass Yasmina Reza ihn auf seinem Weg zur Macht aus nächster Nähe beobachtend begleiten durfte. Was aber, wenn Cécilia eine wichtige Triebfeder für das Handeln dieses Mannes ist..? Seine angestrengten Bemühungen um Kittung der Ehe, aber auch die Installierung Cécilias als Sonderbeauftrage im Entführungsfall der bulgarischen Krankenschwestern weisen in diese Richtung. Ist dann L’Aube le Soir ou la Nuit mehr als blosse Makulatur?
Wie tickt Sarkozy wirklich?
By Gris-Gris | Category: In Flagranti, Linktips
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | Leave a Comment
August 26, 2007
Abgesurft: Darf man das (auch) kitschig finden?
9to5 - Wir nennen es Arbeit, das 3-tägige Festival-Camp im Berliner Radialsystem, ist zu Ende. Der angekündigte Programmablauf: Burning Money > Getting Things Done > Weltverbesserung las sich spannend. Folgerichtig klinkte man sich - durch widrige Umstände wie Reproduktion&Familienleben an den Fuss des Matterhorns gefesselt - einige Male in das Live-Blog ein. Vom reichen Füllhorn des Dargebotenen prägte sich uns besonders ein:
(1) Julia Ritters Zusammenfassung der Erzählung von Régine Debatty, Macherin des Kunstblogs we-make-money-not-art.com, wie sie es schafft, zwischen zahlreichen Reisen ihr Blog mehrmals täglich zu aktualisieren usw. Folgend die Zwischentitel des Textes als Anreiz zur Lektüre des Gesamteintrags:
Einführung: We make money, not art
1. Stufe: Geld – die Monetarisierung des Blogs
2. Stufe: Macht – die Bloggerin als Expertin
3. Stufe: Hybrid-Monetarisierung
Régines Selbstverständnis
Bloggen und Privatleben
(2) RÜTLI-WEAR, ein Hybrid aus Unternehmen (OHG) und Sozialinitiative (e.V.), wo mit vielseitiger Hilfestellung von engagierten RÜTLI-WEAR-Mitarbeitern seit Mitte 2006 Stück für Stück verschiedenste Siebdruck-Kollektionen entstehen.
Seit Jahren verbringen wir jährlich einige Zeit unseres Lebens im Dunstkreis dieses Hexenkessels gescheiterter Integration(sbemühungen)
in Berlin-Neukölln, und wir wünschten uns, dass diese tollen Shirts vor Ort etwas deutlicher in Erscheinung treten würden als in Mitte. [Das wäre doch was, verehrter Elm, als Kollektivbekleidung für die Reisegruppe!]
Schliesslich noch ein Hinweis auf Sekundärliteratur: (Spiegel-)Lottmanns Eintrag im tazblog: …und weiter… (25. August). Daraus ebenfalls ein Zitat:
‘UND WIE SIEHT ER AUS?!’
Ich wollte nicht schon wieder Ärger haben (sondern was kriegen für die 45 Euro), und so murmelte ich: ‘Wie ein Penner.’
Nun lief es wieder. Judith war einem nie lange böse. Der Rekord lag bei zwei Tagen…
ER - damit war Houellebeq [SIC!| gemeint… Bleibt die Frage im Titel. Ich denke, SOOOO nahe am Reich der Freiheit darf man das.
By Gris-Gris | Category: Blogs, Linktips
ShareThis
| Permalink |
TrackBack URL | Leave a Comment
Sonntagsbetrachtung / Swiss Blogosphere: Heilige, Scheinheilige und Galgenvögel
Also, uns macht er das Leben zur Hölle (- Yoda-Blog) NICHT - der Benjamin Rüegg, wenn er bezahlte Blog-Beiträge in seinem Blog-Aggregator slug.ch mit Werbung kennzeichnet (Mitteilung: Slug.ch: ‘Bezahlte’ Beiträge jetzt gekennzeichnet, 25. August). Im Gegenteil, das ist added value und kultiviert und nur konsequent.
Ein funktionierendes Kurzzeitgedächtnis genügt schon, um sich das Gedröhne in der Blogosphere über die gesponserten Artikel in den Dino-Medien - beispielsweise Lifestyle-Beilagen der NZZ - in Erinnerung zu rufen. Manch einer, der sich damals bloggenderweise zum Fenster hinauslehnte und dabei besonders genussvoll blökte, hält heute das Händchen auf und ist kindisch stolz, wenn ihm ein Vermarkter&Verramscher ein Auftrags-Ärbetli zukommen lässt.
Beweise, Gris-Gris, Beweise und Namen und Links!
Nein, diese Freude machen wir niemandem. Denn das Hinterfotzige an der Blogosphere ist - unter anderem -, dass ein gesetzter Link zum virtuellen Reichtum des Verlinkten beiträgt. Und den Reichtum von Viertel-, Halb- und Ganz-Spammern wollen wir nicht nur nicht mehren - wir fordern im Gegenteil von ihnen Schadenersatz und Wiedergutmachung dafür, dass sie mit ihrer Windfahnenmoral und ihrer Gier dazu beitragen, dass die Blogosphere immer weniger Menschen interessiert und dass die Dino-Medien - schiefbildlich gesprochen - die Lufthoheit online im Eilmarsch (und in boulevardesker Uniform) definitiv absichern.
Yoda, oh Yoda - an der Nachhaltigkeit deiner Rabulistik (hier die mir nachgesagte) zweifeln wir nachhaltig. Aber immerhin wurde von hier aus ein Link zu dir gesetzt. Noch!
Bild: Benedikt XVI, Papst


