August 28, 2007

Schade: Wir haben heute Kopfweh

moergelikaaEigentlich wollten wir heute zu Nationalrat Mörgelis Konkret-Kolumne in der Weltwoche Nr. 34/07 Stellung nehmen, welche den Titel trägt Der urbane Spiesser (nicht frei zugänglich - leider!). Dass, wie Herr Mörgeli (Foto) darin darlegt, Bundesrat Moritz Leuenberger prototypischer Vertreter dieser Spezies sei, konnten wir nachvollziehen - rangen dann aber ums Antipodische. Der ländliche Weltbürger? Vielleicht Ueli Maurer oder - und jetzt wird’s blöd! - Zottel?

Doch stehen hier am Anfang die Worte eigentlich wollten wir…, d.h. wir nehmen jetzt nicht Stellung. Denn gestern war wieder ein Abend der Winterthurer Musikfestwochen. Deren Veranstalter haben zwar die Auflage, werktags ab 22:00 Uhr (circa) den Sound einzustellen, aber die Kleinausgaben des urbanen Spiessers (uns) trieb es gestern - nach den musikalischen Darbietungen - gerührt an die normal grossen Zapfhähne der Kleinstadt.

So wurde es früh. Warum war man gerührt? Man hörte unter anderem Vera Kaa (Foto) zu - und sie singt immer noch so schön&bluesig, geht allerdings auch schon gegen die Fünfzig.

So schliesst sich insgesamt hier (bald) der Kreis: Christoph Mörgelis Konkret-Kolumne in der Weltwoche und Vera Kaas Alter erinnern uns an das Interview, welches der Schriftsteller Urs Widmer dem St. Galler Tagblatt gegeben hat* (Die Sprache hat immer recht, 21. August). Eine der Fragen an Widmer lautete: In den Poetikvorlesungen konstatieren Sie, ein ‘neuer Jargon’ hätte sich etabliert, ‘dem ein präfaschistischer Beiklang nicht abzusprechen’ sei. Können Sie diesen Beiklang näher erläutern? Und Widmer antwortete:

Ich bin ein Feind jeder Ideologie und Ideologisierung, da schalte ich sofort auf Alarmstufe 1. Faschistische Systeme und alle Systeme, die Macht ausüben wollen, neigen dazu, Sprachen zu entwickeln, die eindeutig sind, die keinerlei Ambivalenz mehr haben. Ihre Eindeutigkeit ist aber in Wirklichkeit eine potemkinsche, sie besteht aus lauter Euphemismen, die keine Abweichungen dulden. Wer solche Sprache gebraucht, zeigt an, dass er ein Sieger sein will, und zwar allein ein Sieger.

Und fast ganz zum Schluss des Interviews sagt Urs Widmer: Es ist nicht schön, alt zu werden…, relativiert diese Aussage aber glücklicherweise gleich wieder.

Sehr bluesig alles, sehr bluesig…

Für heute Abend sind Latino-Rock und Reggae an den Winterthurer Musikfestwochen angesagt. Tequila-Time!

*Hinweis auf das Interview von: subkontent.at [Galler, nicht Gallener! :cool: ]

By Gris-Gris | Category: Backyard, Linktips
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Comments/Trackbacks

One Response to “Schade: Wir haben heute Kopfweh”

  1. cri on August 29th, 2007 8:17 am

    “Galler, nicht Gallener!”

    Ahja …

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