July 2, 2007
Psychohygiene für Bloggerinnen und Blogger: Lieber keine Kommentare…
… als Kommentare von immer den selben Leuten. Warum?
Dominik Schneider erinnert (auf seinem Sinnmacherblog, 9. Mai) an einen seit längerem bekannten Aspekt (genannt Cultural Tribalism), welcher im Zusammenhang der Beantwortung der Grundfrage TO BLOG OR NOT TO BLOG? aus gesundheitlichen - u.U. auch wirtschaftlichen - Gründen von Bloggerinnen und Bloggern mutig-realistisch beachtet werden sollte, um - salopp gesagt - keinen Dachschaden zu erleiden:
Cultural Tribalism bezieht sich auf den ‘Echo Chamber Effect’ von Scoble/Israel (2006): ‘Blogging can fool you. You may think you are conversing with the world, when it’s just a few people talking frequently, back and forth to each other, creating the illusion of amplification.’ Sprich, der mehrfach multiplizierte Wiederhall einiger weniger Kommentatoren von Blog-Posts kann zur Illusion führen, sich mit der ganzen Welt zu unterhalten. Dwyer hat diesen Echo-Effekt an prominenten US-Blogs untersucht (Fastlane, IEBlog, Blog for America, Blog Maverick…). Seine Ergebnisse lassen darauf schliessen, dass wenn weniger als 20% derselben Kommentatoren der letzten Woche auch diese Woche Posts kommentieren, man nicht von einem Echo-Effekt sprechen kann. Oder umgekehrt: Wenn zwischen zwei Vergleichswochen mehr als 80% der Kommentatoren (nach Anzahl der Kommentare) nicht dieselben sind, gibt es keinen Cultural Tribalism.
Für Fragen steht unser Kommentarbereich zur Verfügung.
Bleibt als Dankeschön an Dominik Schneider für den Gesundheitstipp der Hinweis, dass er und Mathias Tanner im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Fribourg bis Ende Juli eine Umfrage zum Thema Rezipienten von Corporate Blogs online haben:
Noch Fragen zur Umfrage? Weitere Informationen findet man unter Fragebogen ist online auf Schneiders Blog.
By Eric | Category: Blogs, Linktips
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Blog-Karneval ‘Russische Medien’: Grenzen überwunden und erreicht
Der Blog-Karneval Russische Medien (wir berichteten, 11. Mai) ist zu Ende: 31 Beiträge von 21 Autoren aus neun Ländern wurden publiziert. Karneval-PromotorPromoter Jürg Vollmer-Orlova (Blog KRUSENSTERN) zieht eine insgesamt sehr positive Bilanz:
Blog-Karneval Russische Medien: Die Zusammenfassung
Die Publikationszeit von vier Wochen - nach einer Vorbereitungszeit von zwei Wochen - beurteilt Vollmer-Orlova im Nachhinein als Schwachpunkt des Karnevals (viel zu lange). Und er berichtet von einer für ihn als engagierten Blogger heilsamen Erfahrung: Viele Menschen [... insbesondere Slawisten und andere Russland-Fachleute...] haben keine Ahnung, was ein Weblog ist!
By Eric | Category: Blogs, Linktips
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Sommerzeit - Ferienzeit - Lesezeit: Wir weisen hin…
Silicon-Valley-Entrepreneur Andrew Keen hat ein Buch mit dem Titel The Cult of the Amateur geschrieben, das Michiko Kakutani in The New York Times bespricht (29. Juni, register required) und als
shrewdly argued jeremiad against the digerati effort to dethrone cultural and political gatekeepers and replace experts with the ‘wisdom of the crowd’
zusammenfasst. Wer sich, wie der hier Schreibende, sowohl zu den Amateuren als auch zu den argwöhnischen Beobachtern von Internet und Blogosphere rechnet, der wird um die Lektüre des Buches nicht herumkommen (wollen*), scheint Keen doch viele der eigenen Beobachtungen zu bestätigen - beispielsweise:
He observes that as advertising dollars migrate from newspapers, magazines and television news to the Web, organizations with the expertise and resources to finance investigative and foreign reporting face more and more business challenges.
Oder die Einschätzung von Google, dieser - IMHO vor allem von SEOs und anderen suspekten Kommerzlern - manipulierten Suchmaschine, die einem das Meistverlinkte als most true or most reliable unterjubelt.
*(Ent)spannende Ferienlektüre, so zu sagen.
Zweitmeinung zum Buch - siehe auch:
Lessig Blog: Keen’s ‘The Cult of the Amateur’: BRILLIANT! (31. Mai)


