June 27, 2007
Medienlandschaft Schweiz/Printmarkt: Die Käsehändler
Also, wir hatten das (potenzielle) Erfolgsmodell bereits wahrgenommen: die Gratis-Sonntagszeitung für die Deutschschweiz (welche uns dann aber unbedingt gleich vor die Haustüre gelegt werden muss – wer will am Sonntagmorgen schon mit einem Kater durch die Gassen streifen?). Eine Empfehlung des Medienexperten Zimmermann, wie das Duo Porlezza und Russ-Mohl es schulterklopfend formuliert (*), während wir von einer genialen, in Deutschland entdeckten WeWo-Zimi-Idee sprachen. Die eigentliche Schöpfer-Ehre gebührt aber – auch das wussten wir schon – den Tessiner Zitronenhändlern.
Bitte, noch eine letzte Streicheleinheit sei uns zugestanden: Wir beschrieben die Schweizer Medienlandschaft als einen Kriegsschauplatz mit Zwergen und Riesen als Konfliktparteien, Matthias Hagemann – Verleger der Basler Zeitung – spricht von einem Erdbebengebiet (Stärke 12). Ein echter Naturphilosoph!
Etwas neidisch sagen wir abschliessend: Leute wie Porlezza und Russ-Mohl sind schon echt privilegiert. Die dürfen honoriert darüber berichten, was wir als Medienkonsumenten zu berappen und auszulöffeln haben: den Abbau und die Boulevardisierung. Langsam wird man leicht ärgerlich und denkt sich: Vielleicht ist das mit dem Qualitätsjournalismus sowieso nur ein Trick von wichtigtuerischen Käsehändlern.
(*) Colin Porlezza und Stephan Russ-Mohl: Die Zitronenhändler (26. Juni, Der Tagesspiegel)


