June 1, 2007
Nivellierung auf niedrigerem Niveau
Dass sich der Boulevard am besten verkauft – der unter einem Theologen milchbübisch gewordene Blick bestätigt als Pseudo-Ausnahme die Regel -, das machte einen immer schon misstrauisch gegenüber idealistischen und/oder grossmäuligen Heilsversprechen: Die Masse der Medienkonsumentinnen und -konsumenten will Klatsch und Tratsch, Bildergalerien und Gewinnspiele, Sex und Sudoku. So reift denn auch online kein neuer Qualitätsjournalismus heran – im Gegenteil: Die Online-Angebote der so genannt seriösen Verlage triften/driften (1) immer weiter ins Seichte, ins Infotainment ab – der Klickrate nach.
Kürzlich erhielt unser Misstrauen neue Nahrung: Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet. Wie das Web den Journalismus verändert – ein Gutachten von Steffen Range (Die Welt) und Roland Schweins (Handelsblatt) im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Autoren erklären, wie Internet-Redaktionen funktionieren und welchen Zwängen sie ausgesetzt sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Folgen sich aus der überragenden Bedeutung der Einschaltquote für Nachrichtenportale ergeben.
(1) Presseinformation zum Gutachten
(2) Gutachten als PDF (2.2 MB)
(3) Weblog der Autoren: Werkkanon
Und ja: Das Gutachten wird in Bloggerkreisen derzeit stark diskutiert.
(1) Update. Danke, K.! Aber beides ist möglich – je nachdem, ob man den Standpunkt des Flössers oder des Seemanns einnimmt.


