April 28, 2006
Poetry: Ingeborg Bachmann (1926-1973)
Eine Art Verlust
Gemeinsam benutzt: Jahreszeiten, Bücher und eine Musik.
Die Schlüssel, die Teeschalen, den Brotkorb, Leintücher
und ein Bett.
Eine Aussteuer von Worten, von Gesten, mitgebracht,
verwendet, verbraucht.
Eine Hausordnung beachtet. Gesagt. Getan. Und immer
die Hand gereicht.
In Winter, in ein Wiener Septett und in Sommer habe ich
mich verliebt.
In Landkarten, in ein Bergnest, in einen Strand und in ein Bett.
Einen Kult getrieben mit Daten, Versprechen für
unkündbar erklärt,
angehimmelt ein Etwas und fromm gewesen vor einem Nichts,
(– der gefalteten Zeitung, der kalten Asche, dem Zettel
mit einer Notiz)
furchtlos in der Religion, denn die Kirche war dieses Bett.
Aus dem Seeblick hervor ging meine unerschöpfliche Malerei.
Von dem Balkon herab waren die Völker, meine Nachbarn,
zu grüßen.
Am Kaminfeuer, in der Sicherheit, hatte mein Haar seine
äußerste Farbe.
Das Klingeln an der Tür war der Alarm für meine Freude.
Nicht dich habe ich verloren,
sondern die Welt.
Really great! From here: Bachmann – Gedichte im Internet. Until Monday!
By Eric | Category: Linktips
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Industrie- und Eisenbahngeschichte Luxemburgs

Luxemburg hat drei Amtssprachen (Lëtzebuergesch, Hochdeutsch, Französisch) und eine reiche Industriegeschichte, welche die Website industrie.lu zu dokumentieren versucht. Das Thema ist, wie die Autoren anmerken, unerschöpflich – und ihre Arbeit wird deshalb wohl nie ganz abgeschlossen sein.
Zu industrie.lu gehört eine Art Schwesterseite, die sich mit den Eisenbahnen in und um Luxemburg beschäftigt: ALACF/rail.lu.
By Eric | Category: Linktips
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April 27, 2006
Switzerland/Freisinn: Braucht Doris Fiala einen neuen Übernamen?
Doris Fiala (Bild), Präsidentin der Freisinnig-Demokratischen Partei des Kantons Zürich und von Beruf Kommunikationsberaterin, hatte sich auf dem Handy um eine Adresszeile vertippt. Statt an ihren Parteifreund (:cool:) Filippo Leutenegger ging die Message Wir müssen knallhart sein, Fierz muss sofort zurücktreten gleich an die zurückzutretende Parteifreundin (:cool:) und Regierungsrätin Fierz selbst.
Doris Fiala wurde gelegentlich schon als Doris Tralala apostrophiert, was (mit Recht) den feministischen Flügel des Freisinns auf die Palme schickte: mit einem PolitikER ginge man nicht so respektlos um…
Nun spricht man hinter vorgehaltener Hand von Doris Tastata. Das wiederum ruft die freisinnigen Lobbyisten der Kommunikationsbranche auf den Plan, welche im neuen Übernamen eine politisch unkorrekte Abwertung des Ingenieurschaffens wittern. Es gäbe, wird betont, zwar noch keine narrensicheren Handys, aber grundsätzlich arbeiteten Tastaturen und Adressbücher zuverlässig. Politisch korrekter wäre es deshalb, Frau Fiala Doris Drastata zu nennen.
Also (spiritually) tagged with: Die Sieger der kommenden Wahlschlachten…
Bild von der Homepage von Frau Doris Fiala-Goldiger
By Eric | Category: In Flagranti
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April 26, 2006
Heute ist Mittwoch: Paperholic hat Waschtag!
Niemand will hier behaupten, die Swiss Blogosphere sei allein unserer Empfehlung für die Blog-Awards-Nominationen gefolgt (unser Entry vom 18. April) – dennoch ist es äusserst schmeichelhaft, dass Paperholic-Kronfavorit BloggingTom es geschafft hat. Auch unsere Nachnomination Leu (Ersatz für Gutfeldt) war erfolgreich.
Wermutstropfen sind dennoch vorhanden!
Bedenklich an diesen Swiss Blog Awards stimmt zunächst, dass die Schlussveranstaltung im nahe von Bern gelegenen Biel stattfinden wird. Böse Zungen vermuten mit Recht, dass die Kandidaten aus der Nord- und Ostschweiz durch lange Anreisezeiten zermürbt werden sollen, um so der welschen und Berner Riege Vorteile zu verschaffen…
… wie auch von einem männlichen Backlash gesprochen werden muss. Hatte der Internet-Wissenschafter Thomas Benkö noch eine Feminisierung der Blogosphere prophezeit, so sieht er sich angesichts der Ergebnisse nun bitter getäuscht.
Warum wurde keine Quotenregelung angestrebt? Gerade die Swiss Blogosphere ist doch so reich an hervorragenden Bloggerinnen. An vorderster Front muss hier die in Berlin wirkende Tari Infanger genannt werden. Rechtzeitig zum Start ihrer Tätigkeit für die auflagenstärkste Schweizer Tageszeitung hat sie ihr Blog einem Redesign unterworfen. Das Tibetanische ist nun zu Gunsten des Weissräumigen in den Hintergrund getreten. Dies und der an ein Speakeasy erinnernde Kommentarbereich ihres Blogs demonstrieren eindrücklich, wozu weibliche Intuition fähig ist.
Bleibt zu hoffen, dass die Awards doch noch ein würdiges Ende finden werden. Grillabende der starken Berner Fraktion im Aktionskomitee lassen uns mit etwas Optimismus in die Zukunft blicken: Die Qualität des Grillguts (Servelats) zeugt von wenig Raffinesse; auch hat sich kürzlich der Haupt-Strippenzieher als Kampftrinker geoutet.
Soweit der Bericht von unserem heutigen Waschtag. Vergesst Bert nicht!
By Eric | Category: Backyard, Blogs, In Flagranti
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April 25, 2006
Our Weekly Postcard (XXII)

This week’s postcard is a cutout from the desktop in the Paperholic newsroom (:cool:) showing our strong feelings for tradition and for the American people. Next to the Mac Intel Mini you can see a multifunctional apparatus: an old but rocking combination of a radio, a calculator and two clocks: one clock with alarm function for our local time (Zurich, Switzerland), the other for the New York local time.
Kevin Kelly would call it a cool tool!


