July 20, 2005
Schweiz: Rist in Venedig. Ozeanischer Griff ans Scrotum. Couchepin: Wie Botticelli..!
Als Einstieg erinnern wir uns an Cashual, das elegante Monatsmagazin der Schweizer Wirtschaftszeitung Cash, das im Oktober 1998 nach nur gerade sieben Ausgaben eingestellt wurde. Es sei offenbar nicht ganz einfach, Wirtschaft und Kultur unter einen Hut zu bringen, lästerten böse Zungen damals.
Da war und ist das ehemalige Cashual-Cover-Girl Pipilotti Rist (Heft Nr. 4 / April 1998) erfolgreicher. Sie vertritt - zusammen mit einer Künstlerkollegin und drei Künstlerkollegen - die Schweiz offiziell an der 51 Internationalen Kunstbiennale in Venedig. Bereits 1997 war Rist, damals 35-jährig, offizielle Vertreterin der Schweiz und erhielt den Goldenen Löwen für die beste Nachwuchskünstlerin.
Bei Rists aktueller Videoinstallation Homo sapiens sapiens im Inneren der Barockkirche San Staë am Canale Grande werden die Bilder auf das Gewölbe über dem Kirchenschiff projiziert. Sie zeigen Szenen aus einem himmlischen Paradies vor dem Sündenfall. Thomas W. Eller schreibt dazu in Artnet:
Es ist jene Sinnlichkeit einer jungen Frau, die bei sich ist – ozeanisch, aber nicht sexuell… Den runden Formen entströmen in Zeitlupe endlose rote Säfte, rinnen an ihrem Körper herunter wie Urflüsse. Nur ein einziges Mal taucht die Sphäre des Mannes auf. Ähnlich wie vorher die Frucht hält sie die beiden Testikel in der gespannten Haut des Skrotums zwischen den zu einem Becher geformten Händen und berührt halb zärtlich mit dem Daumen die Naht der Haut. Die Kamera verweilt für eine kurze Weile, rotiert dann leicht die Szene und schiebt sie wieder aus dem Format. Was weiter vor sich geht, wird uns nicht mehr gezeigt.
Die Implikationen sind derart mannigfaltig, dass hier nur ein paar wenige Dinge zu bedenken gegeben werden sollen. Es sind immerhin einige der großen Fragen, die sich an die Arbeit anschließen. Die Künstlerin und mit ihr die große Frau ihres Kunstwerks, eignen sich die Sphäre des Himmels an und legen den Betrachter flach.
Der Schweizer Innenminister Pascal Couchepin war laut News.ch von der Installation begeistert. Er legte sich auf das Bett in der Kirche und verweilte dort 30 Minuten lang. Anschliessend küsste Couchepin die Künstlerin (Bild rechts/Source: 3sat) und sagte: Wie Botticelli. Das Schönste, was ich hier gesehen habe.
By Eric | Category: In Flagranti
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July 15, 2005
Eine Konkretion
… diagnostiziert ras in der heutigen NZZ Online. Allerdings nicht in der Medizin-, sondern in der Medienabteilung, wo er sich Gedanken über den Bürger als Not-Reporter - Mobiltelefon-Bilder auf den Titelseiten von Zeitungen macht. Wir denken, Frau Bürgerin ist in der NZZ immer mitgemeint und zitieren hier den Schlussabsatz des Artikels, der von einem Aspekt handelt, welcher - laut ras - den Zeitungsverlegern zu denken geben sollte:
Der Grossteil des Publikums nimmt die Zeitungsleute offenbar nicht wahr als Fachleute für schnelle Informationsvermittlung. Am Tag des Anschlags in London erreichte die BBC einen Marktanteil von gut 35 Prozent der aufgerufenen Web-Seiten. An zweiter Stelle folgte Sky News mit knapp 4 Prozent. Der «Guardian» kam mit 2,5 Prozent immerhin auf Platz 5 vor CNN.com (1,6 Prozent) und dem Boulevardblatt «The Sun» (1,4 Prozent). In Notzeiten schart sich das Volk um den alten öffentlichen Rundfunk. Und dieser kann seine medienpolitischen Privilegien immer mehr auch im Internet ausspielen.
Wir selbst denken, das liegt am Medium Radio. Ein vifer Mensch, der zu beobachten und sich auszudrücken weiss, ist, ausgestattet mit einem Mikrofon und einem kleinen Sender, der ideale Live-Berichterstatter bzw. die ideale Live-Berichterstatterin. Journalisten/-innen mit Handy, Notizblock und/oder Laptop als auch TV-Teams (Kamerafrau und Reporterin) sind zu behäbig und - in technischer Hinsicht - zu gehandikapiert. Die schreibende Zunft, schliesslich, sollte sich auf das Kommentieren und Philosophieren beschränken oder - wie ras - ganz den Medienwissenschaften widmen.
By Eric | Category: In Flagranti
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June 29, 2005
German Masters (V)

Die Puppenklinik Offermann in Neuss teilt mit:
Wir haben gemeinsam mit Schildkröt die Papstpuppe herausgegeben. Sie erscheint in einer weltweiten Limitierung auf 999 Stück und ist für 139 Euro nur über unser Ladenlokal in Neuss und versandkostenfrei innerhalb Deutschlands über unseren Internetshop Deutsche-Klasssiker.de erhältlich.
By Eric | Category: Linktips
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Jagger Was Here, Warhol Was Here
[Via MEDIA-DIGEST] Allan Tannenbaum’s Archive: Nightlife - New York in the 70s. Illustration below: Pravdasmokers (section).
By Eric | Category: Linktips
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May 31, 2005
Rites de potage (III): The Cook’s Database

The Mac Classic II (aka Performa 200) was not a bad computer. As far as we know, it was faster than any other Classic Mac except for the Mac SE/30, one of which we use as a recipe source in our kitchen.


