May 31, 2005
Rites de potage (III): The Cook’s Database

The Mac Classic II (aka Performa 200) was not a bad computer. As far as we know, it was faster than any other Classic Mac except for the Mac SE/30, one of which we use as a recipe source in our kitchen.
By Eric at 12:10 am CET | Category: Backyard
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May 30, 2005
Gottfried Honegger spricht uns aus dem Herzen: Bären = Sauglattismus, nur Vulgarität – Wer im Käse lebt, sieht die Löcher nicht mehr
630 lebensgrosse Teddybären (…in Trachten, in Unterwäsche) bevölkern diesen Sommer die Stadt Zürich. Eine PR-Aktion der City-Vereinigung Zürich. Manche Künstler und Kunstgewerbler freut’s (Brot und Kuchen), manche chinesischen Touristen freut’s (so hört man es jedenfalls), nur uns freut’s nicht…
Nun spricht uns ein 88jähriger aus dem Herzen, in der Print-Ausgabe des Tages-Anzeigers von heute. Gerne geben wir hier, abschreibend, einige Passagen aus dem Interview mit Gottfried Honegger (Gesprächspartnerin: Barbara Basting) wieder:
Frage: Für Sie sind die Bären eine “visuelle Umweltverschmutzung”. Muss man sie so ernst nehmen? Sind sie überhaupt Kunst?
Honegger: Die Frage ist nicht, ob Kunst oder nicht Kunst, sondern: Was für ein Bild habe wir von unserer Umwelt? Ein wahres Bild, ein verlogenes Bild? Die Differenzierung zwischen angewandter und freier Kunst ist sowieso nur eine Erfindung des Kapitalismus. Früher war Kunst auch ein Stuhl, ein Kleid, eine Skulptur, eine Kathedrale. Weil bei uns die Spekulation die Stadt beherrscht, hat man die Kunst, damit sie nicht ganz ausstirbt, in ein Getto getan, ins Kunsthaus…
Frage: Kunst ist doch heute breiter akzeptiert denn je. Es gibt sogar Kunst, die diesen Bären ähnelt. Etwa Jeff Koons blumengarnierter Riesenhund oder Paul McCarthys Bär. Ist das eine Kunst, das andere visuelle Umweltverschmutzung? Oder beides visuelle Umweltverschmutzung?
Honegger: Kunst ist der Spiegel einer Gesellschaft. Innerhalb dieses gesellschaftlichen Spiels haben Sie ein Spektrum von Aussagen. Die gehen von der Kritik der Gesellschaft bis hin zur Anbiederung an die Gesellschaft wie bei Koons. Koons ist das Bild unserer Gesellschaft. Max Bill dagegen war ein Utopist, er wollte etwas ändern.
Wir haben das Sehen verlernt. Wir differenzieren nicht mehr zwischen der Kritik im Sinne von Picassos “Guernica”, dem Hymnus an die Schönheit im Sinne von Arp, der grossen Utopie im Sinne von Mondrian. Und weil die Gesellschaft das nicht mehr tut, zerfällt dieses Gebäude ganz langsam. Wir kommen mehr und mehr zu Jeff Koons, zum Sauglattismus. Wir amüsieren uns zu Tode, hat der Soziologe Neil Postman schon vor langem prophezeit. Heute ist es so…
Frage: Die Wirtschaft, vetreten in dem Fall durch die City-Vereinigung, argumentiert auch, durch die Bären kommen Touristen in die Stadt, das bringt Geld. Halten Sie das für…
Honegger: …für kriminell. Schlicht und einfach kriminell. Man darf den Menschen nicht der Wirtschaft verkaufen. Ich gehe noch weiter: Der Wohlstand, den wir heute haben, kann, wenn wir wirklich vom philosophischen Standpunkt ausgehen würden, ruhig abgebaut werden, denn der Besitz hat uns Schweizer lahm gemacht. Wir erfinden nicht mehr, wir suchen nicht mehr, wir haben keine Imagination mehr, wir wollen nur bewahren und behaupten.
Frage: Jüngst löste Thomas Hirschhorn eine Kontroverse aus. Sie haben sich kritisch zu Hirschhorn geäussert. Nun kritisieren Sie die Bären. Macht es Ihnen niemand recht?
Honegger: Der Unterschied zwischen den Bären und Hirschhorn ist, dass Hirschhorn absolut seriös ein politisches, soziales Problem angegangen ist. Was ich kritisiert habe, ist nicht seine Kritik, sondern seine Form. Hier, bei den Bären, ist gar nichts vorhanden, nur Vulgarität.
Related links:
Tages-Anzeiger: Die Bären im Bild
Wo Gottfried Honeggers Impulse entstehen/NZZ-Folio
City-Vereinigung Zürich
By Gris-Gris at 3:32 pm CET | Category: In Flagranti
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May 26, 2005
Budapest 1919-2000

A photo collection (descriptions in Hungarian). Via: SZANALMAS.HU


